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Mitfahren – Umweltbilanz: So schonst du das Klima

Im Berufsverkehr sitzen durchschnittlich nur 1,1 Personen pro Pkw. Würden sich diese einzelnen Pendelnden zusammenschließen, würden weniger Autos auf den Straßen fahren – der CO₂-Ausstoß pro Kopf würde deutlich sinken. Aber um wie viel genau? Und wann rechnet sich Ridesharing wirklich fürs Klima?

CO₂-Bilanz von Fahrgemeinschaften: So klimafreundlich ist gemeinsames Fahren

Fahrgemeinschaften können gut fürs Klima sein. Das bestätigen auch Zahlen des Umweltbundesamts: Wer sein Auto mit anderen teilt, senkt den CO₂-Ausstoß pro Person deutlich. Das macht Ridesharing zu einer wirksamen Maßnahme für den Klimaschutz im Verkehr.

Die Zahlen des Umweltbundes sprechen für sich:

  • Pkw (allein): Pro Personenkilometer – also während eine Person einen Kilometer Strecke zurücklegt – entstehen im Schnitt über alle Antriebsformen von Elektor- bis Benzin-Pkw 164 g CO₂
  • Pkw (Fahrgemeinschaft): Je mehr Personen mitfahren, desto geringer der CO₂-Ausstoß pro Kopf – bei zwei Personen halbiert er sich, bei drei Personen sinkt er auf etwa ein Drittel

Zum Vergleich: So viel CO₂ entsteht laut Umweltbundesamt pro Personenkilometer bei der Nutzung anderer Verkehrsmittel:

  • Bahn (Fernverkehr): 26 g CO₂ pro Personenkilometer
  • Fernbus: 30 g CO₂ pro Personenkilometer
  • ÖPNV (Linienbus): 90 g CO₂ pro Personenkilometer

Der entscheidende Vorteil: Ridesharing setzt genau dort an, wo das größte Einsparpotenzial liegt – bei den Alleinfahrten. Jede Fahrt, die geteilt statt allein unternommen wird, reduziert in der Regel die Emissionen.

Ab wann der Umweltvorteil kippt: der Umwegfaktor

Der Umwegfaktor – also die zusätzlichen Kilometer zum Abholen – ist einer der wichtigsten Faktoren für die tatsächliche CO₂-Ersparnis. Die gute Nachricht: Je mehr Personen mitfahren, desto größer darf der Umweg sein, ohne dass der Klimavorteil verloren geht. Bei gut geplanten Routen bleibt der Umweltvorteil deutlich positiv.

Weitere Umweltvorteile

CO₂-Ersparnis ist nicht der einzige wichtige Faktor für Umweltschutz. Ridesharing bringt weitere ökologische Vorteile:

  • Weniger Feinstaub: Besonders in Feinstaubzonen wie Stuttgart macht das einen Unterschied
  • Weniger Flächenversiegelung: Parkplätze benötigen Fläche – in engen Innenstädten wie Tübingen oder Freiburg ist jeder freie Parkplatz wertvoll
  • Weniger Ressourcenverbrauch: Wer mitfährt, braucht kein eigenes Auto. Das spart Rohstoffe bei der Produktion.
  • Weniger Lärm: Verkehrslärm belastet Anwohnende – weniger Autos bedeuten mehr Ruhe für Menschen und Tiere

Wie du mit Ridesharing nachhaltig unterwegs bist

Ridesharing ist besonders umweltfreundlich, wenn…

  • … du die Strecke ohnehin mit dem Auto zurücklegen würdest
  • … der ÖPNV nicht oder nur selten verfügbar ist (etwa im ländlichen Raum)
  • … du die „letzte Meile“ vom oder zum ÖPNV überbrückst
  • … du regelmäßig längere Strecken pendelst
  • ... Umwege beim Abholen von Mitfahrenden gering bleiben

Einschränkungen, die du kennen solltest:

  • Wer bereits Bus oder Bahn nutzt, sollte dabei bleiben – diese sind meist klimafreundlicher
  • Kurze Umwege mindern den Vorteil, extreme Umwege können ihn aufheben
  • Der CO₂-Vorteil gilt nur im Vergleich zur Alleinfahrt, nicht im Vergleich zum ÖPNV

Unterm Strich: Überall dort, wo du ohnehin mit dem Auto unterwegs bist, macht gemeinsames Fahren den entscheidenden Unterschied. Ridesharing verbindet Flexibilität mit Klimaschutz.

Häufige Fragen zur Umweltbilanz

  • Wie viel CO₂ spare ich konkret?
    Je mehr Personen mitfahren, desto besser: Bei zwei Personen halbiert sich der CO₂-Ausstoß pro Kopf, bei drei Personen sinkt er auf etwa ein Drittel. Die genaue Ersparnis hängt von deiner Strecke und möglichen Umwegen ab. Am meisten sparst du, wenn du Fahrten teilst, die du sonst allein gemacht hättest.
  • Lohnt sich Ridesharing auch bei Umwegen?
    Ja, in den meisten Fällen. Je mehr Personen mitfahren, desto größer darf der Umweg sein, ohne dass der Klimavorteil verloren geht. Bei sinnvoll geplanten Routen mit kurzen Abholwegen bleibt die CO₂-Bilanz deutlich positiv.
  • Ist ein E-Auto in der Fahrgemeinschaft noch besser?
    Ja, E-Autos haben niedrigere Betriebsemissionen als Verbrenner – besonders wenn du Ökostrom tankst. Wie bei jedem Fahrzeug gilt: Je mehr Personen mitfahren, desto besser die CO₂-Bilanz pro Kopf. Die Kombination aus E-Auto und Fahrgemeinschaft ist besonders klimafreundlich.
  • Welche Strecken eignen sich am besten?
    Ridesharing lohnt sich besonders bei regelmäßigen Pendelstrecken zur Arbeit, Ausbildung oder zum Studium. Je länger die Strecke, desto mehr CO₂ und Kosten sparst du gemeinsam. Besonders sinnvoll ist Ridesharing dort, wo Bus und Bahn seltener fahren – etwa im ländlichen Raum.
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