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In 7 Schritten zur Fahrgemeinschaft

Du möchtest Geld sparen und neue Kontakte knüpfen? So startest du deine Fahrgemeinschaft und stellst sicher, dass sie fair organisiert ist und gut läuft.

1. Kläre deine Bedürfnisse für eine Fahrgemeinschaft

Bevor du loslegst, kläre genau: Wohin fährst du? Wie oft? Zu welchen Zeiten? Eine klare Vorstellung deiner Route und Präferenzen hilft dir, die passende Fahrgemeinschaft zu finden. Kläre für dich vorab folgende Fragen:

  • Strecke: Für welche Strecke benötigst du eine Fahrgemeinschaft?
  • Streckenlänge: Wie lang ist deine Strecke in Kilometern?
  • Frequenz: An wie vielen Tage pro Woche möchtest du fahren? (z.B. 4 Mal, von montags bis donnerstags)
  • Zeitfenster: Wie flexibel bist du zeitlich? Kannst du 15 Minuten früher oder später losfahren oder hat mehr zeitliche Freiheit?
  • Präferenzen: Ist dir wichtig, dass die Fahrgemeinschaft rauchfrei ist? Wie stehst du zu Musik beim Fahren? Hast du Lust auf Gespräche?
  • Als Mitfahrer:in: Wie flexibel bist du bei Abfahrtszeiten? Akzeptierst du einen kurzen Fußweg zum Treffpunkt?
  • Als Fahrer:in: Wie viel Umweg akzeptierst du? Wie viele Plätze bietest du an?

2. Finde dein richtiges Mitfahrportal

Auf mitfahren-bw.de findest du mit einer Suche alle Partner-Portale. Jedes Portal hat seine Stärken – wähle das passende für deinen Bedarf.

3. Erstelle ein Profil und stelle deine Fahrten ein

Je nach Mitfahrportal, für das du dich entscheidest, hast du Möglichkeiten, ein persönliches Profil anzulegen. Je besser dein Profil dich beschreibt, desto höher sind deine Chancen, eine passende Mitfahrgelegenheit zu finden. Denn die Fahrenden benötigen klare Angaben zur Strecke, Mitfahrende profitieren von Bewertungen und präzisen Filtern.

  • Wenn du selber Fahrten anbietest: Aktuelles Foto, verifizierte Telefonnummer, präzise Strecke („Esslingen nach Stuttgart, täglich 7:00 Uhr"), Anzahl freier Plätze, Preis (z. B. 6 bis 9 Cent pro Kilometer bei 2 Personen, 4 bis 6 Cent pro Kilometer bei 3 Personen)
  • Wenn du mitfahren möchtest: Filtere nach Route, Zeitfenster und Bewertungen, prüfe verifizierte Profile und Kommentare

4. Kläre alle Fragen rund um Versicherung, Sicherheit und Fahrzeug

Auf der sicheren Seite bist du, wenn du die folgenden Punkte vor deiner ersten Fahrt klärst, nicht erst danach.

  • Versicherung geklärt: Deckt die Kfz-Haftpflicht der fahrenden Person alle Mitfahrenden ab? Auf dem Arbeitsweg greift oft zusätzlich die gesetzliche Unfallversicherung (Wegeunfall)
  • Sicherheitschecks: Ist das Profil verifiziert? Sind Bewertungen vorhanden? Ist euer Treffpunkt öffentlich (P+M-Parkplatz ideal)? Vertrauensperson informieren, Standort per App teilen, bei Unsicherheit lieber absagen
  • Fahrzeug-Check (wenn du fährst): Prüfe Reifendruck, Winterausrüstung, Kindersitze, Pannen-Kit und Erste-Hilfe-Set. Halte dein Fahrzeug sauber

5. Erstkontakt und Details besprechen

Prüfe das Profil, dann nimm Kontakt auf. Eine freundliche, konkrete Nachricht erleichtert den Einstieg: „Hallo [Name], dein Angebot passt! Ich fahre täglich von [Start] nach [Ziel] um [Uhrzeit]. Lass uns die Details besprechen."

  • Treffpunkt wählen: Mehr als 100 zahlreiche kostenfreie P+M-Parkplätze in BW. Such dir auf der Übersicht über alle P+M-Parkplätze einen geeigneten Treffpunkt.
  • Organisatorisches klären: Pünktlichkeit (max. 5 Min. Toleranz?), Abrechnung (pro Fahrt oder monatlich?), Telefonnummern austauschen
  • Hausregeln festlegen: Musik, Essen/Trinken im Auto, Gepäck, Rauchen, Haustiere, Gesprächsfreude

6. Teile die Kosten fair

Teile nur direkte Fahrtkosten wie Sprit, Parken oder Maut. Gewinn ist verboten – sonst brauchst du eine Lizenz (PBefG).

  • Abrechnungsmodelle: Pro Fahrt, Wochenpauschale oder Monatspauschale
  • Zahlungswege: Bar, Überweisung oder per App

7. Erste Fahrt und Probephase

Plant eine Probephase von 2 bis 4 Wochen. Seid beim ersten Treffen 5 Minuten früher da, bleibt offen und vertraut eurem ersten Eindruck.

  • Organisation: Überlegt, ob es euch hilft, eine Messenger-Gruppe für Absprachen zu gründen oder einen gemeinsamen Kalender für Urlaube zu führen. Zudem solltet ihr klären, was eure Storno-Regeln sind (z.B. 24h vorher absagen).
  • Rotation der Fahrenden (wenn mehrere ein Auto haben): Legt fest, wer an welchen Tagen fährt
  • Kombiniert die Fahrgemeinschaft mit dem ÖPNV: Nutzt P+M-Parkplätze für Park-and-Ride. Besorgt euch eine Mehrfahrtenkarte eures Verkehrsverbundes oder das Deutschlandticket für Momente, in denen die Fahrgemeinschaft ausfallen muss.

Deine Vorteile deiner eigenen Fahrgemeinschaft

  • Spare Geld: Zu dritt sparst du bis zu 95 € im Monat bei einer 30-km-Strecke
  • Reduziere CO₂: Zu dritt habt ihr insgesamt 109 g CO₂/km im Vergleich zu einer Alleinfahrt gespart. Denn statt 164 g allein fallen zu dritt nur 55 g auf jede Person.
  • Gewährleiste Sicherheit: Kfz-Haftpflicht und gesetzliche Unfallversicherung auf dem Arbeitsweg decken dich ab
  • Bleib flexibel: Kombiniere Fahrgemeinschaft mit ÖPNV-Tickets als Backup.

Häufige Fragen

  • Brauche ich ein Auto?
    Nein. Wenn du nur mitfährst, suchst du nur Angebote. Wenn du selber fährst, bietest du Plätze an, was auch mit Carsharing funktionieren kann.
  • Was, wenn die Probephase nicht klappt?
    Beendet die Fahrgemeinschaft freundlich: „Die Fahrgemeinschaft passt leider nicht mehr für mich. Danke für die gemeinsame Zeit!" Es gibt viele andere Angebote auf mitfahren-bw.de.
  • Wie organisiere ich bei Schichtarbeit?
    Bilde Zeitfenster-Cluster (z.B. „6:00 bis 6:30 Uhr"), nutze mehrere Fahrgemeinschaften parallel.
  • Wie sicher bin ich bei Unfällen?
    Die Kfz-Haftpflicht der fahrenden Person deckt alle Mitfahrenden ab. Auf dem Arbeitsweg greift oft zusätzlich die gesetzliche Unfallversicherung.
  • Wie wächst meine Gruppe?
    Erweitert euer Zeitfenster (+/- 20 Minuten); überlegt, ob ein zweiter Treffpunkt sinnvoll ist; dokumentiert neue Hausregeln schriftlich.
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