Illustration Pendeln

Mitfahren – Kostenvergleich: Was du mit Ridesharing wirklich sparst

Wie viel kostet Pendeln in Baden-Württemberg wirklich? Und wie viel sparst du durch Ridesharing? Ein detaillierter Vergleich zeigt: Die Ersparnis ist oft größer als gedacht.

Die wahren Kosten des Autofahrens

Tankrechnung, Versicherung, TÜV: Ein eigenes Auto kostet deutlich mehr, als viele denken. Solche Fixkosten fallen an, auch wenn dein Auto lange in der Garage oder auf dem Parkplatz steht.

Diese Kosten deines Autos fallen jeden Monat an:

  • Wertverlust: Ein Auto verliert vom ersten Tag an seinen Wert – oft der größte Kostenpunkt
  • Versicherung: Mehrere hundert bis über tausend Euro pro Jahr
  • Kfz-Steuer: E-Autos sind bis 2030 von der Steuer befreit, Verbrenner zahlen je nach CO₂-Ausstoß
  • TÜV und Wartung: Auch E-Autos brauchen regelmäßige Checks
  • Stellplatz: In Städten wie Stuttgart oder Freiburg besonders teuer

Dazu kommen pro gefahrenen Kilometer folgende Kosten rund ums Auto:

  • Verbrenner: Sprit, Verschleiß, Reparaturen
  • E-Auto: Strom, Verschleiß (oft geringer), Wartung

Ein durchschnittliches Auto kostet monatlich mehrere hundert Euro – egal ob Verbrenner oder Elektro. Selbst E-Autos haben hohe Anschaffungs- und Fixkosten. Gerade bei täglichen Pendelstrecken summiert sich das über das Jahr.

Ridesharing als Alternative

Wer diese Kosten mit anderen teilt oder ganz aufs eigene Auto verzichtet, spart erheblich.

Szenario 1: Als Fahrer:in Kosten teilen

Du hast ein Auto und fährst täglich zur Arbeit. Mit zwei Mitfahrenden teilst du die Spritkosten.

Beispiel einer typischen Pendelstrecke (30 km einfach, 60 km täglich):

  • 220 Arbeitstage: 13.200 km pro Jahr
  • Verbrauch: 7 Liter/100 km
  • Spritpreis: 1,70 €/Liter

So viel kostet dich das Pendeln pro Jahr

  • Ohne Fahrgemeinschaft: 1.571 € Spritkosten pro Jahr
  • Mit Dreier-Fahrgemeinschaft: 524 € pro Jahr
  • Deine Ersparnis: 1.047 € pro Jahr (87 € monatlich)

Dazu sparst du Parkgebühren und eventuelle Mautkosten.

Szenario 2: Als Mitfahrer:in ohne eigenes Auto

Du hast kein Auto und fährst täglich mit. Was du zahlst:

  • Anteil an Spritkosten: ca. 520 €/Jahr (siehe Beispiel Szenario 1)
  • Parkgebühren: anteilig

Was du sparst: Alle Fixkosten eines eigenen Autos entfallen – von Wertverlust über Versicherung bis zum Stellplatz. Diese summieren sich schnell auf mehrere Tausend Euro jährlich. Über ein Jahrzehnt sparst du einen fünfstelligen Betrag,selbst wenn du regelmäßig für Fahrten zahlst.

Besonders lohnenswert: Gerade in Städten wie Stuttgart, Freiburg oder Heidelberg, wo Stellplätze teuer sind und du einerseits vielleicht nur selten ein Auto brauchst und andererseits viele Menschen leben, die ein Auto besitzen, ist Mitfahren oft die wirtschaftlichste Lösung.

Szenario 3: Vergleich mit dem ÖPNV

  • Deutschlandticket: 63 €/Monat = 756 €/Jahr (Stand 2026)
  • Ridesharing als Mitfahrer:in: variabel, oft vergleichbar

Die Vorteile von Ridesharing gegenüber dem ÖPNV:

  • Direkte Verbindung, oft schneller
  • Fährt auch nachts und am Wochenende
  • In ländlichen Gebieten oft die einzige realistische Option, auch zur Überbrückung der „letzten Meile“ von der oder zur nächsten Haltestelle des ÖPNV zu gelangen.

Wenn du Ridesharing und ÖPNV kombinierst, kannst du das Deutschlandticket für Flexibilität in der Region und Ridesharing für die tägliche Pendelstrecke nutzen.

Abrechnungsmodelle im Überblick

Wie rechnen Mitfahrende mit Fahrenden ab? Drei gängige Modelle:

  • Modell 1: Kilometerbasiert – Mitfahrende zahlen pro gefahrenen Kilometer (z.B. 12 bis 18 Cent pro Kilometer). Sehr fair, da jede Fahrt einzeln abgerechnet wird. Aufwendiger bei regelmäßigen Fahrten.
  • Modell 2: Monatspauschale – Mitfahrende zahlen einen festen Betrag pro Monat. Einfach und planbar für beide Seiten. Weniger flexibel, wenn jemand öfter ausfällt.
  • Modell 3: Wochenpauschale – Mitfahrende zahlen wöchentlich einen festen Betrag. Guter Mittelweg zwischen Fairness und Einfachheit. Gut für Pendelnde mit wechselnden Arbeitszeiten.

Rechtlicher Rahmen: Was ist beim Ridesharing erlaubt?

Dein Ridesharing ist dann rechtssicher, wenn …

  • … du direkte Fahrtkosten teilst (Sprit, Maut, Parken).
  • … du keine Gewinnabsicht hast.
  • … private Fahrgemeinschaften anbietest.

Ridesharing ist nicht erlaubt, wenn …

  • … du Personen gewerblich ohne Lizenz beförderst.
  • … du Gewinn durch die Mitnahme von Personen erzielst.

Private Fahrgemeinschaften fallen nicht unter das Personenbeförderungsgesetz, solange du nur Kosten teilst.

Warum sich Ridesharing rechnet

Ridesharing rechnet sich – für beide Seiten. Als Fahrer:in reduzierst du deine Spritkosten deutlich. Als Mitfahrer:in entfallen die hohen Fixkosten eines eigenen Autos komplett. Selbst gegenüber dem ÖPNV ist Ridesharing konkurrenzfähig – und oft schneller und komfortabler.

Häufige Fragen zum Kostenvergleich

  • Wie viel spare ich als Fahrer:in? Du teilst die Spritkosten. Bei drei Personen zahlst du selbst nur noch ein Drittel.
  • Wie viel spare ich als Mitfahrer:in ohne eigenes Auto? Du sparst alle Fixkosten – mehrere Tausend Euro pro Jahr.
  • Ist Ridesharing günstiger als das Deutschlandticket? Auf längeren Strecken ist es vergleichbar. Du gewinnst Komfort und Flexibilität.
  • Muss ich Einnahmen aus Fahrgemeinschaften versteuern? Nein, wenn du keinen Gewinn machst.
  • Kann ich trotzdem die Pendlerpauschale nutzen? Ja, sowohl Fahrende als auch Mitfahrende setzen die volle Pauschale ab. Als Mitfahrer:in gilt jedoch eine Obergrenze von 4.500 € pro Jahr.
  • Welches Abrechnungsmodell ist am fairsten? Bei regelmäßigen Fahrten: Monatspauschale. Bei unregelmäßigen Fahrten: kilometerbasiert.
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